Tipps für Dozierende: Eisbrecher in der Lehre

Alle Dozierenden kennen es: Man kommt zum ersten Mal in einen neuen Kurs und es herrscht eine gewisse Anspannung. Man muss sich als Gruppe erst finden, niemand weiß, was er oder sie zu erwarten hat – weder die Lehrenden, noch die Studierenden. Es dauert, bis das Eis gebrochen ist und eine gute Lernatmosphäre entsteht. Doch dieser Prozess lässt sich beschleunigen und verbessern.

Eisbrecher können helfen, schnell miteinander „warm“ zu werden und die anfänglichen Hemmungen abzubauen. Ein Eisbrecher, der sich besonders bei der Arbeit mit kleineren bis mittleren Gruppen (bis etwa 25 Personen) eignet, ist die Vorstellungrunde (z.B. Name und dualer Partner), gekoppelt mit einer Teaserfrage. Letztere ist wichtig, damit die Vorstellungsrunde kein reines Herunterleiern von Namen wird, die sich ohnehin niemand merken kann. Die Teaserfrage kann beispielsweise ein sogenannter Random Fun Fact sein. Teilnehmende nennen hierbei eine beliebige Sache, die ungewöhnlich, kurios, oder einfach beschreibend für sie ist. Vielleicht die Lieblingsfarbe, ein Hobby, eine besondere Fähigkeit oder eine denkwürdige Begegnung. Dies hilft auch den anderen Teilnehmenden der Gruppe, sich gegenseitig (noch) besser kennenzulernen. Es ist unglaublich, was diese Fun Facts manchmal zutage fördern. Ich hatte schon Teilnehmende, die ein paar Schritte auf Händen durch den Hörsaal liefen, eine beeindruckende Gesangsprobe gaben, oder einfach von einem lustigen Missgeschick erzählten.

Andere Beispiele für Teaserfragen sind „was würden Sie tun, wenn Sie 10 Mio. Euro im Lotto gewännen?“, oder: „Stellen Sie sich vor, Sie könnten aus folgenden Fähigkeiten wählen: Unsichtbar sein, unter Wasser atmen, ewig jung sein/bleiben, durch Wände sehen können“ – was davon würden Sie wählen und warum?“

Man investiert bei einer beispielhaften Kursgröße von zwanzig Personen anfangs zwar etwa 20-30 Minuten Zeit, doch die Energie im Raum ändert sich sofort. Erfahrungsgemäß entstehen direkt eine verbesserte Atmosphäre und ein offeneres Lernklima. Das Eis wird in jedem Fall schnell gebrochen. Limitationen dieser Methode sind die Gruppengröße oder Veranstaltungen mit sehr wenigen Unterrichtseinheiten. Bei größeren Kursen oder wenig Zeit eignet sich eine digital gestützte Blitzumfrage besser, beispielsweise am Active Board, per Slido oder Mentimeter. Auch hier werden Teilnehmende gleich zu Beginn aktiviert und es entsteht Spannung auf das Ergebnis und möglicherweise Anknüpfungspunkte für den weiteren Verlauf der Veranstaltung – versuchen Sie es einfach einmal.

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